„Wenn der Prophet nicht zum Berg kommt…“

oder viel eher: Wenn die kleine Katholikin nicht zum Papst kommt, muss der Papst eben zur Katholikin kommen.“

Ich lebe ja derzeit in Italien. (Noch.) Das ist für einen Katholiken, der in der ostdeutschen Diaspora aufgewachsen ist, schon schön. Täglich mehrere Messen, unzählige Kirchen, wöchentliche eucharistische Anbetung, ganz selbstverständliche Prozessionen durch die Stadt und niemand guckt blöde.
Viele haben mich gefragt, ob ich zur bzw. nach der Papstwahl denn in Rom war. Nein, war ich nicht. Denn da ich auf einer Insel wohne, ist Rom quasi genauso weit weg wie von Deutschland (ok, der Flug dauert nur halb so lang, aber ohne Flug geht’s halt trotzdem schlecht…)
Dienstlich war ich mal in Rom, leider nur für knapp 48 Stunden. Da bin ich natürlich zum Vatikan gegangen und da Mittwoch war, bin ich durch Zufall auch in die Generalaudienz auf dem Petersplatz (noch mit dem „alten“ Papst) geraten. Das war toll! Aber davon will ich jetzt nicht erzählen, sondern von diesem Plakat, dass ich auf gemeinsamer Sightseeing-Tour mit Familienbesuch zufällig gesehen habe:

papst kommt

Kurz bevor es für mich also wieder zurück nach Deutschland geht, kommt der Papst zur Pilgerreise nach Cagliari! Ich hab mich so gefreut, dass könnt ihr euch nicht vorstellen.
In guter Gesellschaft ist er hier. Immerhin waren auch Paul VI., Johannes Paul II. und Benedikt XVI. als Pilger hier. Die Geschichte der Kirche bzw. der darin verehrten Madonnen-Statue ist recht spannend und dieses außerhalb Sardiniens wahrscheinlich recht unbekannte Gnadenbild Unserer Lieben Frau von Bonaria ist doch tatsächlich der Namensgeber für die weltbekannte Metropole Buenos Aires, womit wir beim Grund für den Papstbesuch wären.

Wer mehr wissen will, kann das z.B. hier oder hier.

eigene Übersetzung:
Einen besonderen Gruß richte ich an die Bischöfe, Priester und Gläubigen aus Sardinien. (Ihr Sarden seid Enthusiasten, nicht?) Liebe Freunde, ich danke euch für eure Anwesenheit und vertraue euch und eure Gemeinden von Herzen der mütterlichen Fürsprache der Heiligen Jungfrau an, die ihr unter dem Namen „Madonna di Bonaria“ verehrt. Bei dieser Gelegenheit möchte ich euch mitteilen, dass ich die Wallfahrtskirche in Cagliari besuchen möchte – mit ziemlicher Sicherheit im September. Denn es gibt eine Gemeinsamkeit zwischen der Stadt Buenos Aires und Cagliari durch eine alte Begebenheit. Zur Zeit der Gründung der Stadt Buenoas Aires wollte der Gründer sie „Stadt der Heiligsten Dreifaltigkeit“ nennen, aber die Matrosen, die ihn dorthinunter gebracht hatten, kamen aus Sardinien und wollten, dass sie „Stadt der Madonna von Bonaria“ genannt wird. Es gab einen Streit zwischen ihnen und am Ende fanden sie einen Kompromiss, und die Stadt bekam den langen Namen: „Città della Santissima Trinità e Porto di Nostra Signora di Bonaria“ (Stadt der Heiligsten Dreifaltigkeit und Hafen von Unserer Frau von Bonaria). Aber weil das zu lang war, blieben nur die letzten zwei Wörter übrig: Bonaria, Buenos Aires, und das ist wegen eurer Madonna von Bonaria.

Eine sardische Zeitung titelte darauf hin analog zu den Rufen „Santo subito“ nach dem Tod von Johannes Paul II. „Sardo subito!“ (Sardisch sofort!) 😀

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