Fastenvorhaben: offline!

Auf Salomes Blog hab ich es schon angesprochen, mein diesjähriges Fastenvorhaben: Ich will aufs Internet verzichten.

Also, nicht ganz. Mails muss und werde ich checken, ich muss mich ja bewerben usw. Aber sonst nix. Kein facebook, keine blogs (weder aktiv noch passiv), kein googlemaps um Adressen zu suchen, keineVideos, keine minutenaktuellen Nachrichten, kein Regenradar, vor allem aber kein wirklich sinnloses Rumsurfen, ohne wirklich etwas zu suchen, einfach nur um die Zeit tot zu schlagen. Also nicht, dass ich so nicht tolle Seiten und Infos gefunden hätte, aber ehrlicherweise muss ich gestehen: Es ist zu viel. Zu viel Zeit, die verloren geht, zu viele Infos, die ich eh nicht verarbeiten kann. (Schon allein auf meinem feedreader wächst die Zahl der „saved for later“ jeden Tag – aber wann soll ich die Artikel denn lesen?!)

Ich bin gespannt, wie es mein Leben beeinflusst. Vielleicht vereinsame ich, weil Freunde sich heutzutage ja meist über facebook verabreden. Vielleicht verpasse ich unglaublich wichtige Nachrichten. Vielleicht werde ich ständig zu spät kommen, weil ich mich verlaufe.

Ich bin gespannt, wie sehr unser Leben vom Internet beeinflusst ist (ohne dass wir es noch merken). Wie erfährt man Abfahrtszeiten von Bussen und Bahnen? Gibt es noch die dicken Fahrplanbücher? Wie hat man früher eine Adresse in einer fremden Stadt gefunden? Wie kriegt man raus, welches Angebot die Suppenbar gerade hat? Wie fühlt es sich an, wenn man nicht immer und überall jede, wirklich jede Information zur Verfügung hat?

Vor allem bin ich gespannt, was ich mit der freien Zeit anfangen werde. Denn es soll ja ein Fasten für mich sein und kein kommunikationswissenschaftliches socialmedia-Experiment. Und ein Fasten für Gott. Ich hoffe, ich werde die Zeit für Gebet und Meditation nutzen. Wieder regelmäßig das Stundengebet beten, ohne App! (Neulich saß doch in der Kirchenbank vor mir wirklich jemand mit Tablet… Ich hoffe, sie hat wirklich die Bibelonline oder die Stundenbuchapp genutzt!) Da ich keinen Fernseher habe, fällt auch das Fernsehen weg, wenn es kein Internet gibt. Bleibt Lesen. Freunde treffen (verabredet per Telefon, ohne whatsapp). Wandern (Tour mit Karte ohne Navi geplant).

Ich werd also auch nicht mehr auf euren Blogs auftauchen in diesen Wochen. Bei einigen wird es mir sehr fehlen!!! Bei anderen, die ich wider besseren Wissens noch in meinem Reader habe, werde ich froh sein, denn meist rege ich mich ja doch nur über die Artikel auf…

Eigene Artikel werd ich auch nicht veröffentlichen, aber ich hoffe, dass ich einige offline vorbereite. Denn es gibt jetzt schon so viele Themen, die mir durch den Kopf gehen (die schon angedeutete Interpretation von Bibelstellen zum Thema Homosexualität, das Unding geschlossener (Autobahn-)Kirchen, die Ohnmacht der Menschen gegenüber all dem Leid, die wundersame Verwandlung netter Christenmenschen zu sarkastischen Kommentatoren hinter einer Tastatur, die Ansprüche an einen selbst, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit – hach, ob 7 Wochen reichen?) Ich muss aufpassen, mir nicht zu viel vornehmen, sonst wird nix, nur ich frustriert.

Also heißt der Plan ganz einfach: Ohne Internet offen sein. Für mich, für Gott und zur Not auch mal für Langeweile!

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Still war’s im Blog

Das hat mehrere Gründe.

Zum einen bin ich offenbar doch nicht so der regelmäßige Schreiber, wie ich dachte und es gern wäre…

Zum anderen bin ich momentan generell sehr antriebslos und – man kann es so drastisch formulieren – faul. Nach der so lange ersehnten Rückkehr aus Italien fehlt mir nun zurück „zu Hause“ die (berufliche) Perspektive.

Außerdem – und das ist der Hauptgrund – trage ich schon seit langem einen Zwiespalt in mir und mit mir herum, der mich lähmt, ängstigt. Was das betrifft, wird sich in den nächsten Tagen irgendetwas ändern. Was und ich welche Richtung, das weiß ich nicht und ich gebe zu, ich habe – na sagen wir, großen Respekt davor. Auf jeden Fall möchte ich darüber bloggen und der Text heute ist sozusagen die Ankündigung. Für mich als Verpflichtung, vor allem aber auch für die, die trotz der unregelmäßigen Posts noch ab und an bei mir vorbeischauen.

Bis dahin könnte ich ein kleines Gebet gebrauchen – auch wenn das alles noch sehr kryptisch klingt.

„Ganz nah bei dir und du bei mir“

So lange war es still hier, das ist überhaupt nicht gut für einen Blog, ich weiß. Aber ich bin kein Profi-Blogger und offenbar ist das Blog-Schreiben unter den ersten Sachen, die wegfallen, wenn zu viel anderes ansteht. Und das tat es wahrlich in letzter Zeit.

Ich habe den Umzug zurück nach Deutschland endlich hinter mich gebracht. Zurück aus dem Exil in der alten Heimat! 🙂 Gut, im Moment noch wie im Wartezimmer – ohne Job, ohne eigene Wohnung, aber das wird sich hoffentlich bald ändern. An dieser Stelle ein Hoch auf die Familie, wo immer ein Fleckchen für mich frei ist!

Zur Zeit bin ich also irgendwie „dazwischen“: zwischen Italien und Deutschland, zwischen Familientrubel und neuem eigenen Leben, zwischen dem alten und dem hoffentlich bald neuen Job, zwischen Sehnsucht und Heimatgefühlen. Ich hoffe, dieser Zustand hält nicht zu lange an, denn dann werde ich unruhig und trübsinnig. Doch im Moment geht es mir sehr gut.

Und das liegt vor allem an IHM. Es ist gerade so einfach zu glauben, so selbstverständlich mich in Gottes Nähe zu wissen, ihn zu spüren. Ich fühle mich so getragen und geborgen – und es ist ein so tolles Gefühl!

Kein schlechtes Gewissen, wenn ich die Bibellektüre nicht geschafft habe, kein Pflichtgefühl zum Abendgebet – es läuft alles so leicht. Es wird wohl leider nicht „ewig“ so weitergehen, aber daran denke ich jetzt nicht, ich genieße!

Und damit ich mich in kommenden schwerer Zeiten im Glauben daran erinnern kann, schreibe ich es hier auf 🙂

Bis bald, ein schönes Wochenende euch und Gottes Segen!kloster helfta

Depression, die

Lang ist’s her. Lange war Ruhe auf dem Blog. Ich hab mich nicht getraut zu schreiben. Erst ein Artikel von Huppicke und das Evangelium von heute, haben mir gezeigt: Warum nicht auch darüber schreiben? Vor allem darüber! Gerade jetzt schreiben. Weitermachen, weiterschreiben.

Mich hat meine Depression und Angst wieder voll erwischt. Nicht so schlimm wie es schon einmal war, aber doch so schlimm, dass das Leben schwerfiel. Dass alle Kraft für die notwendigen Dinge drauf ging und nichts fürs Bloggen ürbig blieb. Obwohl das Bloggen mir gut tut, vielleicht sogar helfen würde.

Doch auch nach Jahren (zum Glück – oder eher Gott sei Dank! – mit ausreichend großen Ruhepausen) mit dieser Krankheit fällt es mir schwer, dies als „Krankheit“ anzunehmen. Auch wenn es mir in guten Momenten vom Kopf her total klar ist, kann ich mich oft nicht gegen den Gedanken wehren, dass ein depressiver, angstgestörter Christ kein guter Christ ist, weil es ihm an Gottvertauen fehlt. Wie kann man denn an Jesus, die Auferstehung glauben und so viel Angst vor dem Leben, dem Tod haben? Wie kann man guter Christ sein, wo man sich doch die ganze Zeit nur um sich selber dreht? Man soll doch anderen helfen, anderen von der Liebe und Allmacht Gottes erzählen – wie soll das gehen, wenn man sogar Angst vor einer Busfahrt hat? Man soll doch Gott loben, ihm danken für all seine Wunder, die Schöpfung – wie, wenn doch manchmal alles so schwer und grau scheint? Wie undankbar bin ich, wo es mir doch im Vergleich zu so vielen anderen so gut geht?

Durch oben schon erwähnten Artikel von Huppicke hab ich gemerkt, dass durchaus auch eine fromme, gottesfürchtige, „Sprüche 31 Frau“, um bei Huppickes Wortwahl zu bleiben, depressiv werden kann und das Sonntagsevangelium von heute hat mir gezeigt, dass selbst der Tod keine Grenze für Jesus ist, aber aufstehen muss man selber!

Ich hab wohl zu lange dagegen angekämpft, Gott immer wieder gebeten, diese Ansgt doch von mir zu nehmen. Vielleicht ist es an der Zeit die Angst und Depression als mein Kreuz anzunehmen. „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach!“ Ich hätte gern ein anderes Kreuz (so viele andere scheinen leichter zu tragen) oder am besten gar keins! Aber dieser Wunsch gilt nicht, darum geht es Gott nicht, das ist nicht Gottes Wille sondern meiner. Ich bete „dein Wille geschehe“ und meine doch so oft „mein Wille“…

Gott hat seinem Sohn den Tod am Kreuz nicht erspart – da werd ich doch wohl mit ein paar Panikattacken fertig werden!

Mir fällt ein Spruch von Franz von Sales ein:

 Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen, das Er dir als ein kostbares Geschenk aus Seinem Herzen gibt.
Er hat dieses Kreuz, bevor Er es dir schickte, mit Seinen allwissenden Augen betrachtet, es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand, es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, mit liebenden Armen es durchwärmt, es gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß und ein Milligramm zu schwer sei.
Und Er hat es gesegnet in Seinem allerheiligsten Namen, mit Seiner Gnade es durchsalbt und mit Seinem Trost es durchduftet.
Und dann noch einmal auf Dich und Deinen Mut geblickt und so kommt es schließlich aus dem Himmel zu dir
als ein Gruß Gottes an dich, als ein Almosen der allbarmherzigen Liebe.

Jetzt grad erscheint es mir so leicht daran zu glauben, jetzt gerade gibt es mir Kraft und Antrieb. Jetzt will ich vertrauen und glauben und aufstehen und durchhalten. Doch ich weiß, dass diese Euphorie nur zu bald wieder vorbei sein kann… Was bedeutet es im Fall einer Depression, sein Kreuz auf sich zu nehmen? Sein Kreuz anzunehmen?

Sucht

Ich hab ja meinen Blogkonsum derzeit etwas eingeschränkt. Ich frage mich echt, wie Leute das machen mit so einer ellenlangen Bloglist und dann noch twitter und facebook. Ich hab da im Moment echt voll die Reizüberflutung. Ist ja auch alles interessant, aber einfach zu viel, oder? Krieg hier, Femen dort, Homosexualität ja, Abtreibung nein, Demo für und Demo gegen, Petition neu und Aufschrei alt. Naja, wie gesagt, ich versuche weniger, aber dafür intensiver zu „internetten“.

Blöderweise kam was anderes dazwischen. Ich hab so ein blödes Browser-Aufbau-Spiel gefunden… So siedlermäßig. Aller paar Monate hab ich nen Anfall, da brauch ich so ein Spiel, um mir meine kleine mehr oder weniger heile Welt zu bauen: dort ein Häuschen, da ein Bauernhof, dort Blumenrabatten, die Schmiede hier usw. (Ich finde ja, bei solchen Spielen kann man anhand des „Städtebildes“ sehr genau sagen, ob der Spieler ein Mann oder eine Frau ist… 😉 )Blöderweise kann ich mich dabei dann echt vergessen, ich sitz dann stundenlang vorm Rechner, obwohl es mich schon nervt und ich Kopfschmerzen hab, aber gleich ist ja das neue Haus fertig, nur noch das und dann… Naja, wer das schon mal gespielt hat, kennt das.
Und so wurde auch heute aus einer Stunde am Vormittag mehr oder weniger der ganze Tag. Irgendwie gibt’s da bei mir nur ganz oder gar nicht. Entweder ich spiele das jetzt eine Woche intensivst, bis es mir zu komplex wird und sich mein Anfall dann sowieso von allein legt, oder ich muss kalten Entzug machen und sofort komplett aufhören. Nur eine bestimmte Zeit spielen, ist nicht drin (ist ja auch der Sinn von den Spielen, ich weiß, nur was nützt einem das Wissen, wenn man trotzdem drauf reinfällt?)

Was das ganze mit Glauben und Kirche zu tun hat? Eigentlich nüschd. Außer vielleicht, dass ich, wenn ich die Zeit für Bibellektüre oder ähnliches genutzt hätte, bestimmt bessere Laune hätte. Zum Glück hat mich der Hund rausge“zwungen“ und ich musste meinen Kopf im starken Frühlingswind durchpusten lassen (Seit ich meine Zeit so verbummel, haben wir hier nämlich Sturmwetter – vielleicht ein Zeichen…?) und nun klapp ich den Rechner zu und geh einkaufen und heut Abend wird was schönes gekocht.

„Eine Zeit zum Schweigen und eine Zeit zum Reden“ (Koh 3,7)

Es gibt eine Zeit zum Bloggen und eine Zeit zum … Nicht-Bloggen.
Ich hab grad eher die Zeit zum Nicht-Bloggen. Ich konsumiere mehr, als dass ich (öffentlich) produzieren könnte. Ich lese viel in der Bibel. In anderen Blogs. In zu vielen anderen Blogs. Da gibt es so vieles, was mich positiv berührt, oder eben auch negativ aufregt, so vieles, wozu ich meine Meinung sagen will, so vieles, wo ich nachfragen will. Aber ich komme nicht hinterher. Bis ich mit meinen Gedanken so weit „fertig“ bin, dass ich sie formulieren könnte, bis ich mir meiner Meinung so klar bin, dass ich sie verteidigen könnte, da ist das Thema schon wieder vorbei, ein neues aktuell.

Das stresst mich ganz schön, macht mich innerlich unruhig. Ich hab das Gefühl die ganze Zeit jemandem oder etwas hinterher zu rennen und wenn ich es fast erreicht habe *puff* weg ist es. Das muss ich abstellen.
Schon bei meinem Fastenvorhaben spürte ich ja, dass ich zu gehetzt bin, immer irgendwie beschäftigt sein muss. Wirklich geglückt ist das Vorhaben nicht, aber das sollte kein Grund sein, es nicht weiter zu versuchen. (*Klugscheißmodus*: „Wer seine Vorsätze ständig ändert, wird nie zum Ziel gelangen.“ Franz von Sales) Hach, ich will halt immer schon fertig sein, bevor ich angefangen habe…

Ich will ruhiger werden, mehr im Hier und Jetzt leben.
So bin ich im Moment zurückgekehrt zum klassischen Tagebuch, auf Papier und nur für mich selbst, das bringt mich runter, beruhigt mich, lässt mich Dinge anders bedenken, als ich es mit dem Aufschreiben im Blog tun könnte.

Auch vom privaten facebook hab ich mich zurückgezogen (soweit das geht – mit manchen scheint man ja nur noch über facebook kommunizieren zu können und auf die Geburtstagserinnerungen dort hab ich mich inzwischen auch ganz verlassen…) und nun werde ich meinen Blog-Reader aussortieren. Blogs, deren posts mich zu sehr aufregen, fliegen dort erst einmal raus. So bleibt auch mehr Zeit in den Blogs zu lesen, die mir gut tun, wo ich mich wiederfinde, von denen ich mir etwas mitnehmen kann, bei denen ich manchmal denke „Wow, das bin ja ich.“ Dafür dank ich euch, ihr Mitblogger!