Männer als Priester??? – Das geht ja gar nicht!

Seit einiger Zeit treibe ich mich aus verschiedenen Gründen auf ein paar altkatholischen Seiten herum. Heute bin ich auf diesen Artikel gestoßen:

10 Gründe warum Männer eigentlich nicht zum Priester geweiht werden sollten

Ich verlink den hier einfach mal unkommentiert und kicher etwas in mich hinein 🙂

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Von Armut und Luxus-Sorgen

Die Bergpredigt ist ja eine sehr zentrale Stelle im Neuen Testament und auch Kirchenferne kennen meist irgendwie diese Worte „Selig sind die Armen“ usw. Dass die Seligpreisungen nur ein Teil der Bergpredigt sind ist vielen und war mir auch nicht so recht klar und ich muss gestehen, dass ich mich mit ihnen immer etwas schwer getan habe – einerseits so ausgelutscht (vgl. die Geschichte vom verlorenen Sohn), andererseits nicht so einfach zu verstehen… Im Reli-Unterricht waren sie auch Thema, aber unser Pfarrer fand sie offenbar so wichtig und grundlegend, dass er sie nahezu unkommentiert stehen ließ, dabei sind sie keineswegs selbsterklärend!

Inzwischen haben wir uns etwas angenähert und sie gefallen mir immer mehr 🙂

Wirklich berührt hat mich neulich bei der Bibellese aber eine andere Stelle der Bergpredigt: Matthäus 6,25-34. (In der Neuen Genfer Übersetzung – meine derzeitige Lesebibel)

Wer von euch kann dadruch, dass er sich Sorgen macht, sein Leben auch nur um eine einzige Stunde verlängern?

Dieser Satz könnte auch in einem Lebenshilferatgeber stehen, oder? (Ich sag nur: „Sorge dich nicht – lebe“) Sorgen machen bringt gar nix, nur graue Haare und Depression. Und doch können wir Menschen offenbar nicht anders. Gott weiß es, Jesus weiß es und er sichert uns zu: Für euch ist gesorgt! Ihr werdet Essen und Trinken und Kleidung haben. Alles was ihr braucht, euer Vater weiß es doch. Und er kümmert sich sogar um die Vögel und die Blumen und ihr Menschenkinder seid doch noch viel mehr Wert als sie! Warum macht ihr euch also Sorgen?!

Ja, warum? Es scheint fast als läge es in unserer Natur. Hier stehe ich und kann nicht anders. Wir Menschen wollen immer mehr, sind offenbar nie zufrieden. Wir wollen eine eigene Wohnung und wenn wir die haben eine größere und dann ein Haus und einen Garten. Und ein Auto. Ein neues, ein größeres, ein zweites, einen Sportwagen für die Sonntagstouren. Einen Fernseher, einen mit Flachbildschirm, eine dolby-irgendwas-Anlage fürs Kinogefühl. Und je mehr wir wollen, umso mehr „Angst“ haben wir, es nicht zu bekommen oder wieder zu verlieren. Da sind sie unsere Sorgen.

Zum Glück muss sich in Deutschland kaum jemand wirklich Sorgen um Essen, Trinken, Kleidung machen. Aber wir sind nicht dankbar dafür, unsere Ansprüche verschieben sich einfach nur und die Sorgen beziehen sich auf andere Dinge. Es reicht nicht einfach Kleidung zu haben, es muss die Markenjeans sein und die wird jeden Tag gewechselt. Es reicht nicht satt zu werden, Essen muss immer Genuss sein und abwechslungsreich und wenn es nicht schmeckt, dann ab in den Müll.

Es gibt einfach zu viel von allem. Gerade jetzt in der Adventszeit fällt es mir besonders auf. So viele Geschäfte, so viele Weihnachtsmarktbuden – und doch irgendwie immer das gleiche. Der Wahnsinn der Weihnachtsgeschenke – neuer, größer, teurer. Was soll man Kindern schenken, deren Kinderzimmer voll ist mit Spielsachen? Die auch zwischendurch einfach mal so ein Spiel oder ein Buch oder ein Kuscheltier bekommen? Was ist ein Geschenk wert, wenn es doch sowieso nach 4 Wochen wie all die anderen im Schrank liegt? Und vor allem: Wieso kann man sich nicht dagegen wehren Teil dieser Konsum- und Wegwerfgesellschaft sein?

Nach meiner Rückkehr nach Deutschland bin ich mittlerweile wieder in eine eigene Wohnung gezogen und habe die Kisten, die zwei Jahre eingelagert waren, ausgepackt. Wer braucht all diese Tassen? Die alten Kuscheltiere? Die Unmengen CDs? Kaum etwas davon habe ich in den zwei Jahren vermisst. Was davon brauche ich wirklich? Ja, auch die Frage, brauche ich wirlich 5 Bibelübersetzungen?

Ich sehne mich nach Einfachheit und doch mache ich weiter mit und kaufe und konsumiere und werfe weg. In Zeiten von solchen Überlegungen verstehe ich, wenn Ordensleute sagen, dass Verzicht frei macht. Dass Armut frei macht (Nein, ich rede hier nicht von Existenzängsten, ich rede vom Beschränken auf das, was wirklich notwendig ist). Wie kann man den evangelischen Rat der Armut im (weltlichen) Alltag beherzigen?

Der Artikel hat beim Schreiben eine ganz andere Wendung genommen als geplant. Ich wollte doch über den Satz aus der Bergpredigt, dass wir uns keine Sorgen machen sollen, schreiben! Das versuch ich später noch mal. Jetzt träum ich erstmal vom Leben in einer kleinen Hütte mit Selbstversorgergarten.
Und dann –
geh ich Weihnachtsgeschenke kaufen…