Depression, die

Lang ist’s her. Lange war Ruhe auf dem Blog. Ich hab mich nicht getraut zu schreiben. Erst ein Artikel von Huppicke und das Evangelium von heute, haben mir gezeigt: Warum nicht auch darüber schreiben? Vor allem darüber! Gerade jetzt schreiben. Weitermachen, weiterschreiben.

Mich hat meine Depression und Angst wieder voll erwischt. Nicht so schlimm wie es schon einmal war, aber doch so schlimm, dass das Leben schwerfiel. Dass alle Kraft für die notwendigen Dinge drauf ging und nichts fürs Bloggen ürbig blieb. Obwohl das Bloggen mir gut tut, vielleicht sogar helfen würde.

Doch auch nach Jahren (zum Glück – oder eher Gott sei Dank! – mit ausreichend großen Ruhepausen) mit dieser Krankheit fällt es mir schwer, dies als „Krankheit“ anzunehmen. Auch wenn es mir in guten Momenten vom Kopf her total klar ist, kann ich mich oft nicht gegen den Gedanken wehren, dass ein depressiver, angstgestörter Christ kein guter Christ ist, weil es ihm an Gottvertauen fehlt. Wie kann man denn an Jesus, die Auferstehung glauben und so viel Angst vor dem Leben, dem Tod haben? Wie kann man guter Christ sein, wo man sich doch die ganze Zeit nur um sich selber dreht? Man soll doch anderen helfen, anderen von der Liebe und Allmacht Gottes erzählen – wie soll das gehen, wenn man sogar Angst vor einer Busfahrt hat? Man soll doch Gott loben, ihm danken für all seine Wunder, die Schöpfung – wie, wenn doch manchmal alles so schwer und grau scheint? Wie undankbar bin ich, wo es mir doch im Vergleich zu so vielen anderen so gut geht?

Durch oben schon erwähnten Artikel von Huppicke hab ich gemerkt, dass durchaus auch eine fromme, gottesfürchtige, „Sprüche 31 Frau“, um bei Huppickes Wortwahl zu bleiben, depressiv werden kann und das Sonntagsevangelium von heute hat mir gezeigt, dass selbst der Tod keine Grenze für Jesus ist, aber aufstehen muss man selber!

Ich hab wohl zu lange dagegen angekämpft, Gott immer wieder gebeten, diese Ansgt doch von mir zu nehmen. Vielleicht ist es an der Zeit die Angst und Depression als mein Kreuz anzunehmen. „Nimm dein Kreuz auf dich und folge mir nach!“ Ich hätte gern ein anderes Kreuz (so viele andere scheinen leichter zu tragen) oder am besten gar keins! Aber dieser Wunsch gilt nicht, darum geht es Gott nicht, das ist nicht Gottes Wille sondern meiner. Ich bete „dein Wille geschehe“ und meine doch so oft „mein Wille“…

Gott hat seinem Sohn den Tod am Kreuz nicht erspart – da werd ich doch wohl mit ein paar Panikattacken fertig werden!

Mir fällt ein Spruch von Franz von Sales ein:

 Gottes ewige Weisheit hat von Ewigkeit her das Kreuz ersehen, das Er dir als ein kostbares Geschenk aus Seinem Herzen gibt.
Er hat dieses Kreuz, bevor Er es dir schickte, mit Seinen allwissenden Augen betrachtet, es durchdacht mit Seinem göttlichen Verstand, es geprüft mit Seiner weisen Gerechtigkeit, mit liebenden Armen es durchwärmt, es gewogen mit Seinen beiden Händen, ob es nicht einen Millimeter zu groß und ein Milligramm zu schwer sei.
Und Er hat es gesegnet in Seinem allerheiligsten Namen, mit Seiner Gnade es durchsalbt und mit Seinem Trost es durchduftet.
Und dann noch einmal auf Dich und Deinen Mut geblickt und so kommt es schließlich aus dem Himmel zu dir
als ein Gruß Gottes an dich, als ein Almosen der allbarmherzigen Liebe.

Jetzt grad erscheint es mir so leicht daran zu glauben, jetzt gerade gibt es mir Kraft und Antrieb. Jetzt will ich vertrauen und glauben und aufstehen und durchhalten. Doch ich weiß, dass diese Euphorie nur zu bald wieder vorbei sein kann… Was bedeutet es im Fall einer Depression, sein Kreuz auf sich zu nehmen? Sein Kreuz anzunehmen?

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Ein Kommentar zu “Depression, die

  1. Du bist, liebe Schwester, nicht allein! Auch ich leide an Depressionen, Angstzuständen, Panikattacken. Derzeit ist es besonders schlimm! Angstzustände und Depressionen zusammen! Wie gut, dass man dem allem einen Sinn geben kann, indem man diese Leiden aufopfert, für die Armen Seelen, für die Bekehrung der Ungläubigen …, für andere Leidende usw.! Das erleichtert alles ungemein!

    Ich hoffe, dass Du in Deiner Gemeinde mittlerweile Kontakte geknüpft hast! Das würde mich für Dich freuen! Seit meiner Bekehrung 2009 habe ich in meiner Gemeinde bis heute keine Kontakte knüpfen können, weil alle Gläubigen dort einen individualistischen Glauben pflegen und miteinander und mit mir nichts zu tun haben wollen, obwohl sie mich kennen. Nur mit einer lieben 72jährigen Glaubensschwester bekam ich Kontakt, doch war unsere Freundschaft nur ein halbes Jahr alt, weil sie kürzlich verstarb. Möge ihre Seele im Frieden der Liebe Gottes ruhen!

    Alles Liebe und Gottes reichen Segen!
    Stjepan

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