Tierische Nachbetrachtungen zur Papstwahl

was'n das für'n ding?

was’n das für’n ding?

moewe2

gute aussicht hier! aber was gucken die denn alle so?

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oh! kameras! schnell noch schön machen!

moewe4

weeeeeeeg! ich will auch ins fernsehen!

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Endlich: Online-Beichte möglich

Endlich hat sich jemand dieser Marktlücke angenommen und die Kirche nun wirklich auf einen modernen, zeitgemäßen Stand gebracht, endlich ist sie da: die Online-Beichte.

Also schnell die Gewissenserfoschung machen, Sünden gut einteilen, denn die Lossprechung erfolgt jeweils nach 30 Sekunden.

Hier der Link (Pop-Ups erlauben!).

Eine Geschichte

In einem Haus bricht ein Feuer aus. Die Familie rettet sich nach draußen. Vater, Mutter, Tochter. Doch wo ist der Sohn? Er ist nach oben gelaufen und steht am Fenster im 2. Stock. Der Vater will ihn holen, doch der Rauch und das Feuer versperren ihm den Weg. „Vater, rette mich!“ schreit der Sohn. Der Vater ruft ihm zu: „Spring! Meine Arme sind offen, ich fange dich.“ „Aber ich kann dich nicht sehen…“ Da antwortet der Vater: „Aber ich sehe dich. Das genügt.“ Der Sohn springt ihn die Arme des Vaters. Dieser bricht sich einen Arm, aber der Sohn ist gerettet und lebt.

Jesus sagt auch: „Spring!“ Seine Hände sind durchbohrt, aber ich lebe!
Ich selbst kann mich nicht retten, aber Gott kann es, der mich liebt.
Gottes Kraft für das Leben heißt glauben, Gott ist die Liebe.

Von Vätern und Söhnen (und Müttern und Töchtern)

Gestern war es mal wieder dran, das Evangelium mit dem Gleichnis vom verlorenen Sohn. *gähn* Das ist eines der Klassiker im Religionsunterricht, oder? Also zumindest bei uns kam das immer wieder und war echt ausgelutscht. Sorry, wenn ich das so sage, aber wichtige Dinge kann man Kindern nun mal nicht nur dadurch rüberbringen, indem man sie immer wieder wiederholt, dann ist Abschalten, Genervtsein und schließlich Abneigung als Reaktion wahrscheinlicher als Wertschätzen und Verstehen. So ging es auch mir mit dem verlorenen Sohn. Als ich dann in der Jugend war – bloß keine Bibelarbeit zum verlorenen Sohn. Nee! Unbewusst hat sich dieses Gefühl bis heute wohl gehalten. Gestern kam ich aber „zwangsweise“ wieder in Kontakt mit dem verlorenen Sohn.

EVANGELIUM von Sonnabend, 02.03.13: Lukas 15,1–3.11–32

In jener Zeit kamen alle Zöllner und Sünder zu Jesus, um ihn zu hören.
Die Pharisäer und die Schriftgelehrten empörten sich darüber und sagten: Er gibt sich mit Sündern ab und isst sogar mit ihnen.
Da erzählte er ihnen ein Gleichnis und sagte: Ein Mann hatte zwei Söhne. Der jüngere von ihnen sagte zu seinem Vater: Vater, gib mir das Erbteil, das mir zusteht. Da teilte der Vater das Vermögen auf. Nach wenigen Tagen packte der jüngere Sohn alles zusammen und zog in ein fernes Land. Dort führte er ein zügelloses Leben und verschleuderte sein Vermögen.
Als er alles durchgebracht hatte, kam eine große Hungersnot über das Land und es ging ihm sehr schlecht. Da ging er zu einem Bürger des Landes und drängte sich ihm auf; der schickte ihn aufs Feld zum Schweinehüten. Er hätte gern seinen Hunger mit den Futterschoten gestillt, die die Schweine fraßen; aber niemand gab ihm davon.
Da ging er in sich und sagte: Wie viele Tagelöhner meines Vaters haben mehr als genug zu essen und ich komme hier vor Hunger um. Ich will aufbrechen und zu meinem Vater gehen und zu ihm sagen: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt. Ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein; mach mich zu einem deiner Tagelöhner.
Dann brach er auf und ging zu seinem Vater. Der Vater sah ihn schon von weitem kommen und er hatte Mitleid mit ihm. Er lief dem Sohn entgegen, fiel ihm um den Hals und küsste ihn.
Da sagte der Sohn: Vater, ich habe mich gegen den Himmel und gegen dich versündigt; ich bin nicht mehr wert, dein Sohn zu sein.
Der Vater aber sagte zu seinen Knechten: Holt schnell das beste Gewand und zieht es ihm an, steckt ihm einen Ring an die Hand und zieht ihm Schuhe an. Bringt das Mastkalb her und schlachtet es; wir wollen essen und fröhlich sein. Denn mein Sohn war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden. Und sie begannen, ein fröhliches Fest zu feiern.
Sein älterer Sohn war unterdessen auf dem Feld. Als er heimging und in die Nähe des Hauses kam, hörte er Musik und Tanz.
Da rief er einen der Knechte und fragte, was das bedeuten solle. Der Knecht antwortete: Dein Bruder ist gekommen und dein Vater hat das Mastkalb schlachten lassen, weil er ihn heil und gesund wiederbekommen hat. Da wurde er zornig und wollte nicht hineingehen. Sein Vater aber kam heraus und redete ihm gut zu.
Doch er erwiderte dem Vater: So viele Jahre schon diene ich dir und nie habe ich gegen deinen Willen gehandelt; mir aber hast du nie auch nur einen Ziegenbock geschenkt, damit ich mit meinen Freunden ein Fest feiern konnte. Kaum aber ist der hier gekommen, dein Sohn, der dein Vermögen mit Dirnen durchgebracht hat, da hast du für ihn das Mastkalb geschlachtet.
Der Vater antwortete ihm: Mein Kind, du bist immer bei mir, und alles, was mein ist, ist auch dein. Aber jetzt müssen wir uns doch freuen und ein Fest feiern; denn dein Bruder war tot und lebt wieder; er war verloren und ist wiedergefunden worden.

Ich muss gestehen, ich hatte es wohl auch einfach nicht richtig verstanden. Ich konnte die Reaktion des älteren, beim Vater gebliebenen Sohnes immer besser nachvollziehen. Ist doch wirklich ungerecht. Und anscheinend konnte auch kein Pfarrer, keine Gemeindereferentin mir das wirklich erklären.

Heute weiß* ich, egal wieviel Scheiße wir gebaut haben, wenn wir zurückkommen zum Vater, umkehren zu Gott, er liebt uns. Seine Barmherzigkeit ist größer als die größte Sünde.

*Das mit dem wissen ist so ne Sache. Ich glaube es. Ich will es glauben. Manchmal vergess ich es…

In letzter Zeit habe ich mich viel mit dem Wort Vater beschäftigt. Gott Vater. Es ist ein Bild, klar, aber eins, was es nicht nur einfacher macht.

Ich habe einen guten Vater. Einen, der mich liebt, der immer zu mir steht, mich immer unterstützt. Da kann ich echt nix sagen. Aber es ist kein Vater, mit dem ich über alles reden könnte. Können könnte ich vielleicht schon, aber ich würde es nicht tun. Auch wenn ich ergänze, Gott ist wie Vater und Mutter, löst es das Problem nicht. Irgendwie hat doch jeder mit seinen Eltern Probleme, große, kleine, vergangene und gegenwärtige. Normal, menschlich. Und genau da ist das Problem bei diesem Bild. Gott ist eben nicht menschlich. In der Beziehung zu ihm gibt es keine Probleme. Er ist also das „Idealbild“ von Vater und Mutter.

(Wenn ich, die das hat, was man im allgemeinen „ein gutes Verhältnis“ zu den Eltern nennt, schon Schwierigkeiten mit dem Bild Gottes als Vater habe, wie muss es Leuten gehen, die echt schlimme Sachen mit ihren Eltern erlebt haben?)

Zurück zum Gleichnis:
Martin Luther hat über dieses Gleichnis gesagt:

Wenn die ganze Bibel verloren ginge und es bliebe nur dies Gleichnis übrig, so wäre alles gerettet.

Und heute kann ich sagen: Ja, stimmt. Dieses Gleichnis ist wunderschön. Gott ist die Liebe. Und stärker als in diesem Gleichnis findet man es kaum in der Bibel. Mehr gibt es nicht zu sagen: GOTT IST DIE LIEBE.

Als ich nach dem Zitat gesucht habe, bin ich auf eine Predigt gestoßen. Sie entwirft ein Gruselszenario von einer Zukunft ohne Bibel. Wer mag, kann sie hier nachlesen.

Zum Schluß noch eine Geschichte von meinem Papi, an die ich immer denken will, wenn mir das Bild Gott Vater Bauchschmerzen macht:

Wir waren im Winterurlaub. Ich ein kleiner Steppke von vielleicht 10 Jahren. Wir waren zu dritt auf Langlaufskiern unterwegs: mein Papi, meine Schwester (6 Jahre älter) und ich. Mama war im Heim (ein Erholungsheim von Ordensschwestern) geblieben, Skifahren ist nicht ihrs. Langsam dämmerte es schon und wir waren auf dem Weg zurück, um pünktlich 17.30 Uhr beim Abendbrot zu sein. Unser Weg führte noch am „Hausberg“ entlang, eine Abfahrt zum Schluß war dort Pflicht. Irgendjemand hatte auf diesem Hang eine Mini-Skisprungschanze aus Schnee gebaut. Sah nach nix weiter aus. Und ich wollte da natürlich weißflog-gleich hinuntersegeln, sieht ja ganz einfach aus im Fernsehen. Mein Papi sagte „Nein, mach’s nicht. Lass es. Fahr noch einmal so runter und dann müssen wir zurück.“ Er wußte es wohl besser…
Ich bin natürlich trotzdem „gesprungen“. Soll heißen, ich bin über die Schanze gefahren, ein Ski verdrehte sich total und mit dem Gesicht voran lag ich im Schnee. Mein Bein tat tierisch weh. Doch die Schmerzen waren in dem Moment nicht das schlimmste. In den paar Sekunden, bevor mein Vater und meine Schwester bei mir waren, hatte ich einfach nur Angst vor meinem Vater, weil er doch gesagt hatte, ich solle es nicht tun, weil er doch jetzt bestimmt schimpfen würde.
Was soll ich sagen? Er nahm mich in die Arme, half mir auf, hielt mich fest. Kein böses Wort, kein „Ich hab dir doch“ oder „Hättest du“. Er löste die Skier von meinen Füßen und stützte mich. Mein Knie tat sehr weh. Und nun merkte ich die Schmerzen und nun spürte ich auch den Schreck, ich zitterte. Alle paar Meter kniete mein Papi sich mit einem Bein in den Schnee, sodaß ich mich auf seinen Oberschenkel setzen konnte.
Wahrscheinlich hat er mich dann ins Heim getragen und meine Schwester die Skier – keine Ahnung. Das weiß ich nicht mehr, aber an dieses Bild kann ich mich noch genau erinnern: Mein Papi im Schnee knieend, ich auf seinem Oberschenkel sitzend. Keine Vowürfe, nur Liebe, Hilfe, Dankbarkeit. Alles wird gut. So ist Gott.
Vater!

(Meine Mama hat dann allerdings ziemlich geschimpft 😉 )