„Vater unser“ ohne Imperativ

Schon vor einiger Zeit beim Betrachten des Vaterunsers hab ich mich gefragt, warum all diese Bitten im Imperativ stehen. Denn (vielleicht abgesehen vom ersten Satz, den wir wohl zu oft vergessen) all das ist mir doch von Gott schon zugesichert.

Sein Wille geschieht. Er sorgt für mein tägliches Brot. Er vergibt die Schuld. Er führt nicht in Versuchung. – Nicht weil ich das will, sondern Gott will es und tut es.

Nachdem ich mich ein bißchen belesen habe, habe ich die Erklärung gefunden, dass durch die Verwendung des Imperativs dieser Wille Gottes zu meinem Willen wird. Auch mache ich mir durch das Gebet bewusst, dass nicht ich es in der Hand habe, sondern alles von Gott kommt.
Es liegt mir fern das Gebet des Herrn auseinander zu nehmen. Aber mir hat es einen ganz neuen Zugang zum Vaterunser gebracht, als ich den Text einmal ganz im Indikativ gebetet habe (und wie gesagt, theologisch kann da nichts falsch dran sein). Gerade mit dieser Form wird deutlich wie sehr wir uns auf Gott verlassen können, wie sehr wir Gott vertrauen können.

Vater unser im Himmel,
dein Name ist heilig,
dein Reich kommt,
dein Wille geschieht
wie im Himmel so auf Erden.
Du gibst uns unser tägliches Brot,
du vergibst uns unsere Schuld,
wie auch wir vergeben unsern Schuldigern.
Du führst uns nicht in Versuchung,
sondern erlöst uns von dem Bösen.

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2 Kommentare zu “„Vater unser“ ohne Imperativ

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