„Was soll ich dir tun?“

Angeregt durch die Vorbereitung auf die Internetexerzitien (noch 4 Tage!) und passend zum Evangelium vom letzten Sonntag die Frage des Tages:

  • Was würde ich antworten, wenn Jesus mich fragen würde: „Was soll ich dir tun?“ ?
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„Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir!“ – zum Sonntagsevangelium, Gottvertrauen und Kleinglauben

Im heutigen Sonntagsevangelium (siehe unten) ging es um die Geschichte, wie Jesus in  Jericho einen Blinden heilt. Diese Geschichte findet sich in allen drei synoptischen Evangelien. Bei Matthäus sind es sogar zwei Blinde, dafür fehlt bei ihm der entscheidende Satz, um den es mir heute gehen soll: Dein Glaube hat dir geholfen.

Die Evangelien stecken voller Heilungsgeschichten. Heilung von Dämonen, von Blindheit, Taubheit, Stummheit, Lähmung. Die Heilung des Blinden wird oft so gedeutet, dass der Mann nicht blind im medizinischen Sinn war, sondern eher „wie mit Blindheit geschlagen“, blind sein und sehen also im übertragenen Sinn auf den Glauben gedeutet wird.

Vielleicht war es so, vielleicht war er aber auch tatsächlich blind. Eine Heilung, ein Wunder in jedem Fall und ich glaube daran!

Was mich an diesen Heilungswundern so fasziniert, ist die „Begründung“ Jesus: Geh! Lauf! Sieh! Höre! Sprich! Dein Glaube hat dir geholfen. Ja, sogar Tote können wieder zum Leben erweckt werden!

Jesus heilt, wenn der Bittende einen starken Glauben hat, an ihn als den Messias, daran, dass er heilen kann, wenn er ein so großes Gottvertrauen hat. So auch bei zwei meiner Lieblingsgeschichten: beim Hauptmann von Kafarnaum

Herr, ich bin es nicht wert, dass du mein Haus betrittst; sprich nur ein Wort, dann wird mein Diener gesund.

und bei der Bitte der Heidin, ihre Tochter zu heilen (auch wenn diese Textstelle in mir zugleich noch viele Fragen aufwirft).

Wie kann mein einen so starken Glauben, ein so großes Gottvertrauen haben? Wie wunderbar muss es sein, sich in dieser Art von Gott getragen zu wissen. „Glauben kann Berge versetzen“ sagt der Volksmund und sagt Jesus. Wer glaubt, vermag alles. Wer Gott vertraut, dem wird geholfen.

Das Gegenteil von diesem Gottvertrauen nennt sich Kleinglaube. Glaube ja, Glaube an Gott, an Jesus, der vielleicht auch Wunder getan hat, der für uns gestorben ist, Glaube an die Kirche (aber da schon mit Abzügen) – aber Glaube an die Macht Gottes? Daran, dass er immer da ist, immer für uns sorgt?

Da scheinen die kleinen Kinder den viel größeren Glauben zu haben. Kinder hinterfragen ihren Glauben nicht. Es gibt Gott, natürlich! Es gibt Engel, klar! Und Gebete können helfen! So viel Vertrauen. Gottvertrauen. Vielleicht meint Jesus genau das, wenn er sagt, wenn ihr nicht werdet wie die Kinder, könnt ihr nicht in das Himmelreich kommen. (vgl. Mt 18,3 und 19,14)

Es ist ganz logisch und zwangsläufig, dass man seinen Kinderglauben ablegt und zu einem „aufgeklärteren“ Glauben kommt. Aber wieso ist der Preis dafür viel zu oft auch das bedingungslose Vertrauen in Gott?!

Beim Kleinglauben geht es nicht um die Quantität, denn schon ein Senfkorn an Glauben würde reichen, um Maulbeerbäume und auch den besagten Berg zu versetzen (vgl. Lk 17,6 und Mt 21,21), vielmehr geht es um die Tiefe. Und um das Vergessen, wie viel Großes der Herr schon getan hat, wie viele (vielleicht etwas kleinere) Wunder wir selbst schon erfahren haben, wie oft uns der Glaube schon geholfen hat, wie oft ein Gebet erhört wurde. Auch ich habe diese Erfahrungen gemacht und doch bin ich so oft kleingläubig, fehlt mir das Vertrauen, dass Gott schon für mich sorgen wird, wie er ja für alle seine Geschöpfe sorgt (vgl. Mt 6,26). Kleinglaube, obwohl ich doch so oft die Größe und Allmacht Gottes im Gebet bezeuge. Doch dass er auch mir ganz konkret zu helfen vermag… Viel zu oft und schnell stellen sich Zweifel ein und ich drohe zu versinken, ich Kleingläubige. Wie gut, dass mir Gott auch in diesen Momenten immer wieder die Hand reicht (vgl. Mt 14,31).

In der Predigt heute fordete der Pfarrer die Gemeinde auf, gemeinsam und laut den Satz des Blinden aus dem Evangelium zu wiederholen: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“, also hier hieß das: „Figlio di Davide, abbi pietà di me!“. Den genauen Ausführungen konnte ich wegend unzureichender Sprachkenntnisse nicht folgen, sodass es mir etwas befremdlich vorkam (was aber nicht nur mir so ging).
Doch vielleicht ist das gar keine schlechte Übung auf dem Weg zu mehr Gottvertrauen. Gar kein schlechtes Abendgebet.

In jener Zeit als Jesus mit seinen Jüngern und einer großen Menschenmenge Jericho verließ, saß an der Straße ein blinder Bettler, Bartimäus, der Sohn des Timäus. Sobald er hörte, dass es Jesus von Nazaret war, rief er laut: „Sohn Davids, Jesus, hab Erbarmen mit mir.“ Viele wurden ärgerlich und befahlen ihm zu schweigen. Er aber schrie noch viel lauter: „Sohn Davids, hab Erbarmen mit mir!“ Jesus blieb stehen und sagte: „Ruft ihn her!“ Sie riefen den Blinden und sagten zu ihm: „Hab nur Mut, steh auf, er ruft dich.“ Da warf er seinen Mantel weg, sprang auf und lief auf Jesus zu. Und Jesus fragte ihn: „Was soll ich dir tun?“ Der Blinde antwortete: „Rabbuni, ich möchte wieder sehen können.“ Da sagte Jesus zu ihm: „Geh! Dein Glaube hat dir geholfen.“ Im gleichen Augenblick konnte er wieder sehen, und er folgte Jesus auf seinem Weg.

anderer Advent und andere Exerzitien

Heute ist nun auch bei uns im südlichen Exil ein wenig Herbst eingezogen. Während in Deutschland schon die ersten Flocken fallen, hatten wir heute hier einen herrlichen Regenguß und in mir wächst die Vorfreude auf Advent. Auf Kerzenschein und Tee, auf Gemütlichkeit und Zeit, auf Besinnung und Vorbereitung. Leider ist es noch etwas hin. Was die Ungeduld noch größer macht, ist der Adventskalender von „Andere Zeiten„, der im letzten Paket aus der Heimat war. Er liegt (fast) unangeguckt auf dem Regal im Flur. Noch 34 Tage! 🙂

Wie seltsam, als Kind war der Advent eher das notwendige Übel vor Weihnachten (will sagen vor den Geschenken) und nun ist der Advent zum eigentlichen Geschenk geworden.

Die Zeit bis dahin wird allerdings verkürzt. Durch Internet-Exerzitien. Meinen ersten Exerzitien überhaupt (wenn man Besinnungstage u.ä. nicht dazu zählt). Ich bin schon sehr gespannt und freue mich, dass es mit einer E-Maill-Begleitung geklappt hat. Noch 8 Tage. 🙂

Die Kraft eines Abendliedes

Heute Abend auf dem Balkon bei einem Glas Weißbier (von zu Hause 🙂 ), überlegte ich kurz, ob Vesper oder freies Abendgebet, als mir einige Zeilen eines Liedes einfielen, was meine Mama mir früher abends manchmal am Bett vorgesungen hat.

Bei uns gab es (bis ich wieviele Jahre alt war?) die Tradition, dass abend an meinem Bett, weil ich die jüngere Tochter war, gebetet oder gesungen wurde (an Vorlesen zum Einschlafen kann ich mich gar nicht erinnern).

Heute wollte ich dieses alte, jedem irgendwie vertraute Lied wieder singen. Dank google auch schnell den Text gefunden. Den ganzen Text (kann mir nicht vorstellen, dass meine Eltern früher alle Strophen gesungen haben). Ich hab mir heute selbst mein Gute-Nacht-Lied gesungen, habe an meine wunderschönen Kindertage gedacht, und es war zugleich mein Abendlob. Wie berührend diese einfachen alten Worte doch sein können:

1. Der Mond ist aufgegangen,
Die goldnen Sternlein prangen
Am Himmel hell und klar;
Der Wald steht schwarz und schweiget,
Und aus den Wiesen steiget
Der weiße Nebel wunderbar.

2. Wie ist die Welt so stille,
Und in der Dämmrung Hülle
So traulich und so hold!
Als eine stille Kammer,
Wo ihr des Tages Jammer
Verschlafen und vergessen sollt.

3. Seht ihr den Mond dort stehen?
Er ist nur halb zu sehen,
Und ist doch rund und schön!
So sind wohl manche Sachen,
Die wir getrost belachen,
Weil unsre Augen sie nicht sehn.

4. Wir stolze Menschenkinder
Sind eitel arme Sünder
Und wissen gar nicht viel;
Wir spinnen Luftgespinste
Und suchen viele Künste
Und kommen weiter von dem Ziel.

5. Gott, laß uns dein Heil schauen,
Auf nichts Vergänglichs trauen,
Nicht Eitelkeit uns freun!
Laß uns einfältig werden
Und vor dir hier auf Erden
Wie Kinder fromm und fröhlich sein!

6. Wollst endlich sonder Grämen
Aus dieser Welt uns nehmen
Durch einen sanften Tod!
Und, wenn du uns genommen,
Laß uns in Himmel kommen,
Du unser Herr und unser Gott!

7. So legt euch denn, ihr Brüder,
In Gottes Namen nieder;
Kalt ist der Abendhauch.
Verschon uns, Gott! mit Strafen,
Und laß uns ruhig schlafen!
Und unsern kranken Nachbar auch!

Babylonische Sprachverwirrung, Pfingstwunder – oder Latein als Lingua franca?

Vor zwei Jahren hatte ich recht intensiven Kontakt zu einer Muslima. Und ihre Glaubenspraxis hat mich sehr beeindruckt. Ich war begeistert von so vielem im Islam. Scheinbar zu jeder noch so kleinen alltäglichen Situation gibt es Regeln, gibt es die passenden Koranverse. Ich habe ihr gern beim Beten zugesehen, die Bewegungen, das tiefe Verneigen.

(Wir Katholiken knien ja immerhin ab und an, aber das war noch was anderes. Ich habe danach versucht, das „Vater unser“ mit Bewegungen zu beten – das fühlte sich falsch an, nachgemacht. Aber ab und an habe ich meine persönlichen Gebete nicht nur im Knien gesprochen, sondern mit der Stirn auf dem Boden – und das gibt mir viel: Ich mache mich klein und doch spüre ich so eine stärkere Nähe zu Gott.)

Der Islam schien eine stärkere Führung und Leitung zu versprechen und damit ein Aufgehobensein. All diese Regeln sind wohl vergleichbar mit Moses Gesetzen aus dem AT, während das NT von uns eher ein selbständiges Denken und Handeln fordert. Deswegen gibt es ja so viele Fragen zum rechten Glaubensweg, wie Nachfolge Jesu aussehen kann/soll/muss.

Aber noch etwas anderes faszinierte mich: das „Lesen“ des Korans (was nicht nur das tatsächliche Lesen in ihm bedeutet, sondern auch das mündliche Rezitieren). Natürlich gibt es Übersetzungen des Korans, aber der Koran ist (und bleibt) arabisch. Alle Muslime auf der Welt lesen haargenau die gleichen Texte. Wenn sie zusammen beten, tun sie dies mit den gleichen Worten, in der gleichen Sprache. Und – sie können viel mehr Koranverse auswendig als ich und „wir Katholiken“ (zumindest die, die ich kenne) Bibelstellen.
Fand ich toll, wollt ich auch haben!

Also wollte ich zumindest einige Stellen der Bibel auswendig lernen, einige Psalmen für den Anfang, die kann man immer mal gut gebrauchen. Aber von welcher Übersetzung?
Luther? Einheitsübersetzung? Moderne Übersetzungen? Und welche da: Hoffnung für alle, Neue Genfer Übersetzung, Neues Leben? Bibel in gerechter Sprache? Oder oder oder.
Sollte es bei der Wahl um größtmögliche Nähe zum Urtext gehen oder um eine möglichst schöne Sprache oder um beste Verstehbarkeit?
Ich war verwirrt über die Fülle an Bibelübersetzungen. Und das nur für deutsch!
Da dachte ich mir, es wär doch eigentlich praktisch, wenn es die Bibel auch nur in einer Sprache gäbe, im „Original“ sozusagen – verbindlich für alle und alle Zeiten. Also Hebräisch.
Und Aramäisch.
Und Griechisch.
Ok, das kann es auch nicht sein. Latein vielleicht?

Das war alles nicht praktikabel. Ich hab mich dann für die Einheitsübersetzung entschieden, die „katholische“ Version sozusagen. (Obwohl ich die Sprache Luthers zum Erzählen viel schöner finde, die alten Worte. Wenn ich die Weihnachtsgeschichte erzählen soll, würde ich immer zu Luthers Übersetzung greifen.) Die Einheitsübersetzung soll ja das bieten, was mich beim Koran so fasziniert hat: eine einheitliche Bibel. Zumindest für Deutschland.
Im Gegensatz zum Koran ist es allerdings eine Übersetzung. Und das finde ich gut. Auch wenn es dem weltumfassenden gemeinsamen Lesen entgegensteht. Doch jeder sollte das Wort Gottes in seiner Sprache „hören“ können. Keine Fremdsprache, und wenn man sie noch so gut beherrscht, kann das leisten, was die Muttersprache vermag. Nur in der Sprache, in der ich denke, fühle, handle, kann ich die Botschaft wirklich verstehen. Deswegen ist es wichtig in gute Übersetzungen zu investieren. Deswegen haben auch verschiedene Übersetzungen ihren Platz. Deswegen habe ich auch zusätzlich die Basisbibel.
Aber ich fände es schön, sich auf eine Übersetzung zu einigen, die man zitiert, die man nutzt – voilà die Einheitsübersetzung.
Der Traum von einer weltweiten Einheitsübersetzung wird ein Traum bleiben. Die Sprachverwirrung in Babel ist schuld. Den Zustand von vorher, von einer Sprache erreichen wir vielleicht wieder im Reich Gottes.

Aber Pfingsten hat uns gezeigt, dass es ok ist, wenn jeder in seiner Sprache das Wort Gottes hört. Und im Vertrauen auf das Wirken des Heiligen Geistes können wir auch sicher sein, dass die Übersetzungen „richtig“ sind. Und der Heilige Geist wird in diesem Zusammenhang immer gefordert bleiben, denn Sprache ist dynamisch, ändert sich. Und so wird immer wieder eine neue Übersetzung erforderlich sein. Ebenso das Berücksichtigen neuer bibelwissenschaftlicher Erkenntnisse. Genauso wie das Interpretieren der Texte und das Übertragen in unsere heutige Zeit. Darin liegt die große Chance der Gleichnisse. Sie müssen interpretiert werden. Also können wir sie auch für unsere „modernen“ Zeiten interpretieren.

Nach all diesen Überlegungen habe ich erkannt, dass ich nicht neidisch auf die einheitliche Sprache des Koran sein muss, sondern dankbar sein kann, dass es das Wort Gottes auf deutsch und russich und schwedisch und italienisch und persisch und arabisch und und und gibt. Nun weiß ich den Wert der Übersetungen zu schätzen.
Und ich habe mich an internaionale katholische Jugendtreffen erinnert und an die Kraft, die von einem „Vater unser“ ausgeht, das jeder in seiner Sprache spricht. Wir beten, lesen ja dasselbe! Der Inhalt ist wichtig, nicht die sprachliche Hülle!

Natürlich hat ein wirklich gemeinsam gesprochenes Gebt in der gleichen Sprache auch eine ganz besondere Kraft. Ich erinnere mich an einen Wochentagsgottesdienst in der Kathedrale meiner Heimatstadt, bei dem eine Pfadpfindergruppe aus Tschechien (?) teilnahm. Der Pfarrer wunderte sich über die vielen Jugendlichen und als er merkte, dass diese kein Deutsch sprachen, hielt er die Messe auf Latein weiter. Eine schöne Idee, wie ich fand. Allerdings gab es ein Problem: Ich konnte nicht mitsprechen. In der Nachkonzils-Kirche großgeworden, habe ich als Kind kaum eine Messe mit lateinischen Gebetstexten erlebt. Ich hatte auch kein Latein in der Schule belegt. Woher sollte ich es wissen? Ok, das „Kyrie“ und „Deo gratias“ und sogar noch das „Sanctus“ hab ich schon noch hingekriegt, aber die gute Absicht des Pfarrers scheiterte an meinen fehlenden Lateinkenntnissen. Und den Jugendlichen aus vermeintlich Tschechien ging es genauso. Schade eigentlich. Natürlich kann man die Messe trotzdem mitfeiern, man kennt den Ablauf, kann die Texte in Gedanken auf Deutsch mitsprechen, aber Latein als Lingua franca der katholischen Kirche – ja, das gefällt mir.

So will ich nun wenigstens die gängisten Gebete und Antworten in der Messe auf Latein auswendig lernen. Sehr praktisch, dass ich, bevor ich ins Ausland gegangen bin, mir das Taschen-Messbuch gekauft hab. Diese Woche im Latein-Unterricht: das „große“ Glaubensbekenntnis:

Credo in unum Deum,
Patrem omnipotentem,
factorem cæli et terræ,
visibilium omnium et invisibilium.

Et in unum Dominum Iesum Christum,
Filium Dei unigenitum,
et ex Patre natum ante omnia
sæcula.
Deum de Deo, Lumen de Lumine,
Deum verum de Deo vero,
genitum non factum,
consubstantialem Patri;
per quem omnia facta sunt.
Qui propter nos homines et propter nostram salutem
descendit de cælis.
Et incarnatus est
de Spiritu Sancto ex Maria Virgine,
et homo factus est.
Crucifixus etiam pro nobis sub Pontio Pilato,
passus et sepultus est,
et resurrexit tertia die, secundum Scripturas,
et ascendit in cælum,
sedet ad dexteram Patris.
Et iterum venturus est cum gloria,
iudicare vivos et mortuos,
cuius regni non erit finis.

Et in Spiritum Sanctum,
Dominum et vivificantem,
qui ex Patre Filioque procedit.
Qui cum Patre et Filio simul adoratur et conglorificatur:
qui locutus est per prophetas.
Et unam, sanctam, catholicam et apostolicam Ecclesiam.
Confiteor unum baptisma in remissionem peccatorum.
Et expecto resurrectionem mortuorum,
et vitam venturi sæculi.
Amen.

(Nochmal schnell die Ausspracheregeln googlen.)

Keine Gedanken zum Katechismus

Angeregt durch die Post-Trilogie von Ameleo zum Katechismus und der kleinen Diskussion in den Kommentaren dazu, wollte ich eigentlich auch einen eigenen Post mit meinen Gedanken zum Katechismus veröffentlichen. Gestern habe ich gesehen, dass mir Frischer Wind zuvorgekommen ist. Das alleine wäre noch kein Grund, aber als ich so weiterstöberte in älteren Posts war ich über den teilweise doch recht unsachlichen und rüden Ton in der Diskussion erstaunt, sodass ich (erstmal) nichts mehr dazu sage.

Um mich da voll mit einzumischen, fühle ich mich als (katholische) Bloggerin noch zu „jung“. (Das Wort Blogozese mag ich grad gar nicht benutzen, da ich sie nicht als eine solche konservative und papsttreue Einheit sehe wie auf Demut Jetzt! beschrieben.)

Ich kann voller Überzeugung sagen „Ich bin katholisch“, ich halte den Katechismus für wichtig, aber ich denke, wenn Jesus nochmal auf die Erde kommen würde, hätte er sicher manches auszusetzen an seiner Kirche. Leider haben wir keinen Propheten oder Apostel mehr, der uns sagt, wie wir es machen sollen. Oder haben wir zu viele?
Aber wir brauchen auch überhaupt keinen, denn Gott hat uns ja sein Wort geschenkt. Und darauf sollten wir (wieder) mehr hören, auf das, was uns als Zeugnis überliefert ist: die Bibel. Und die Nächstenliebe, die vor dem Gesetz steht.

Für mich heißt es erstmal: mehr bloggen, weniger lesen.

Bibel lesen mit Plan

Ich hab es schon oft versucht. Mit Plan, ohne Plan, mit Kalender, ohne Kalender. Geschafft hab ich es bisher nicht mehr als ein paar Wochen. Und damit bin ich, wenn ich mich so durch die Blogozese lese, nicht allein. Wieso fällt das so schwer? Ist das was katholisches? Ich kann mich erinnern, dass im Religionsunterricht viel öfter über die Bibel gesprochen wurde, als sie tatsächlich zu lesen. Man musste Abkürzungen und Reihenfolge der Bücher lernen wie das Periodensystem der Elemente, aber lesen?! Auch zu Hause stand die Bibel zwar im Schrank, aber gelesen wurde darin nie. Ich hatte auch keine Kinderbibel, erst so mit 14 vielleicht. Man kannte die immer gleichen Geschichten, die Highlights sozusagen, aber die Praxis des Bibellesens blieb mir fremd.

Dass ich auch als Erwachsene bisher nicht behaupten kann, die ganze Bibel gelesen zu haben, liegt zum einen sicher an meiner ganz persönlichen Inkonsequenz (und vor allem bei Plänen mit festen Datumsangaben an der Schwierigkeit des Wiedereinsteigens: Textstellen überspringen? Nacharbeiten? Datum ignorieren?), zum anderen hatte ich mir aber von einem Bibelleseplan auch mehr erwartet als das bloße Einteilen der Bibel in so große Leseabschnitte, dass man in einem Jahr einmal durchkommt. Ich erhoffte mir, einen „logischen“ Plan, der Parallelen und Verweise aufzeigt.

Dies kann ein Bibelleseplan vielleicht gar nicht leisten – zu komplex das Buch der Bücher. Aber zumindest für das Neue Testament, also genauer gesagt für die Evangelien habe ich jetzt einen Plan bei bibel-lesen.de gefunden, der zumindest chronologisch durch die Ereignisse führt und dabei zwingend zwischen den vier Evangelien springt. Und damit soll es nun klappen. Fürs Erste reicht wohl auch das Neue Testament.

Ich könnte ja Bibeln sammeln wie Briefmarken. Ich bin eh ein Buch-Fan (zumindest bis zum nächsten Umzug). Ich kaufe gern Bücher, ich fasse sie gern an, ich rieche sie gern, ich habe sie gern im Schrank stehe und manche lese ich auch gern. Bibeln sind nun meist auch noch besonders schon gemachte Bücher. Haptisch, optisch. Und inzwischen gibt es ja für jeden und alles die passende Bibel. DAS ist definitiv zu viel, aber prinzipiell finde ich es begrüßenswert die schweren Inhalte der Bibel wenigstens sprachlich zugänglich zu machen. „Am Inhalt kann man scheitern, an der Sprache nicht“ lautete ja auch passend dazu der Slogan zur Basis-Bibel, die ich mir dann auch angeschafft habe (neben oben erwähnter Kinder-Bibel, einer großen Bibel zum dekorativ im Schrank stehen mit Hundertwasserbildern, einer „Arbeitsbibel“ zum Anstreichen und meiner liebsten, der kleinen in Leder gebundenen Reisebibel, die mich tatsächlich auf jeder Reise begleitet)

Mir fehlt das Wissen und der Vergleich, um sie wirklich beurteilen oder mit anderen Übersetzungen vergleichen zu können. Mich hat das Design angesprochen und die Textstellen, die ich im Buchladen angelesen und mit anderen verglichen hab, lagen mir von der Sprache her am besten.

Nun aber auf zur heutigen Bibellektüre: die Weihnachtsgeschichte mitten im Oktober.